Rheinische Post

vom 25.02.2002, Ausgabe Duisburg

Der Städtische Konzertchor bot eine eindrucksvolle Gala / Alt-OB Josef Krings moderierte

 

 

100 Sänger feierten 150 Jahre

 

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(RP). "Stimmt an die Saiten" aus Haydns "Schöpfung" stand nicht zufällig am Beginn einer festlichen Chor-Gala. Mit diesem Oratorium war vor 150 Jahren der Duisburger Gesangverein an die Öffentlichkeit getreten. Jetzt wurde das Jubiläum in einem würdigen Rahmen gefeiert. Mit seinem Galakonzert "150 Jahre Chor-Symphonik in Duisburg" erinnerte der Städtische Konzertchor Duisburg an herausragende Chor-Orchester-Konzerte: Mit rund einhundert Mitgliedern war der Jubiläumschor angetreten, es begleiteten die Bergischen Symphoniker, und als langjähriger Schirmherr ließ Alt-Oberbürgermeister Josef Krings die Chorgeschichte Revue passieren.

Bürgermeister Heinz Pletziger würdigte in seiner Dankesrede eine tragende Säule des Duisburger Musiklebens. Selbstverständlich gab es in der Chor-Gala viel strahlende Klangpracht. Trompetenglanz und stimmliche Bravour prägten die großen Vokalsätze von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Joseph Haydn.

Die Musik der barocken und klassischen Meister erfuhr in den vergangenen 150 Jahren eine durchgängige Pflege. Als Bereicherung erwiesen sich einige der stilleren Kompositionen: Der zuverlässige Tenor James McLean trug mit wunderbarer Innigkeit eine Arie aus Händels Oratorium "Jephta" vor, und gerade dieses Gelingen schien einen Ansporn für die weiteren Nummern gegeben zu haben: Der Chor erreichte einen kostbaren Höhepunkt mit der Vertonung von Schillers Nänie "Auch das Schöne muss sterben" durch Johannes Brahms.

Krisenzeit Josef Krings nutzte die Moderation auch dazu, Krisenzeiten anzusprechen, deren schlimmste wohl 1977 zur Neugründung des Städtischen Konzertchores Duisburg führte: 150 Jahre Gesangverein und davon 25 Jahre Konzertchor schlossen sich also zu einem Doppeljubiläum zusammen. Seit der Neugründung vor 25 Jahren wird der Chor von dem Folkwang-Professor Guido Knüsel betreut.

Das Galakonzert vermittelte einen Eindruck von der Begeisterungsfähigkeit seines künstlerischen Leiters. Dies galt nicht nur für den vorzüglich singenden Jubiläumschor. Am Ende eines ausgedehnten Carmina-Burana-Blocks gelang es sogar, das Publikum einzubeziehen. In Verbindung mit souveränen Solobeiträgen des Tenors James McLean (vorzüglich Rossinis heikles "Cujus animam gementem"!), dem ausgewogenen Orchesterspiel der Bergischen Symphoniker und einer einfühlsamen und dabei humorvollen Moderation war es eine würdige Jubiläumsveranstaltung.

Von MICHAEL TEGETHOFF