Ausgabe

 

WAZ DUISBURG

Datum

 

25.02.2002

Ressort

 

LOKALAUSGABE

Überschrift

 

Gala zum Jubiläum des Konzertchores

Text

 

 
 
Gala zum Jubiläum des Konzertchores
 
Vor 150 Jahren als "Duisburger Gesangsverein"
gegründet - Ohne Philharmoniker
 
 
 Mit einer Aufführung von Haydns "Die
Schöpfung" begann vor 150 Jahren die
Geschichte des Duisburger Gesangvereins, dem
Vorläufer des Städtischen Konzertchores.
"Stimmt an die Saiten", aus eben diesem Werk,
eröffnete nun auch die große
Jubiläums-Chor-Gala in der Mercator-Halle.
 
  Der Chor konzentrierte sich im Festkonzert
nicht auf ein großes zentrales Werk, sondern
zeigte "die Vielseitigkeit des Repertoires",
wie die Vorsitzende Lore Rabe betonte. So
erklang ein Programm mit vielen kurzen
Ausschnitten aus chorsinfonischen Werken von
Bach und Händel über Rossini bis Orff.
 Der Konzertchor demonstrierte hier einmal mehr
seine besonderen vokalen Tugenden, die ihm
immer wieder große Erfolge bescheren. Neben
den vielen kurzen Ausschnitten, die dem
Programm eine gewisse Potpourri-Kurzatmigkeit
gaben, konnte der Chor in "Nänie" von Brahms
weite Spannungsbögen entfalten. Sorgfältig
hatte Guido Knüsel mit dem Chor alle
Schattierungen der Schiller-Vertonungen
erarbeitet und bot eine facettenreiche
Interpretation des Werkes.
 Gastsolist James McLean sicherte sich mit
seinem hellklingenden Tenor viel Beifall.
Besonders gelungen war seine intensive und
eindringliche Gestaltung von "Stricke des
Todes hatten uns umfangen" aus
Mendelssohn-Bartholdys Lobgesang-Sinfonie. In
seiner Arie aus Rossinis "Stabat mater" stieß
McLean aber merklich an seine Grenzen.
 
 Bedauerlich, dass die Duisburger
Philharmoniker nicht an der Gala teilnahmen,
obwohl weder Oper noch Konzert auf dem
Terminplan standen. Eine Beteiligung am
Konzert wäre ein Zeichen der
partnerschaftlichen Verbindung beider
Ensembles gewesen. Immerhin opfern die
Chor-Mitglieder dem Kulturleben viele Stunden
Freizeit und treten ohne Gage in den
Philharmonischen Konzerten auf.
 Die Bergischen Symphoniker aus Remscheid und
Solingen erwiesen sich als zuverlässige
Begleiter, erreichten aber nicht den Standard
der Duisburger Philharmoniker.
 Als Moderator hatte der Konzertchor Alt- OB
Krings gewinnen können, der informativ die
Geschichte des Chores Revue passieren ließ und
unterhaltsam durch das Programm führte.
Bürgermeister Pletziger würdigte den Chor als
kulturellen Botschafter Duisburgs im In- und
Ausland und bescheinigte ihm: "Sie sind einer
der besten Laienchöre Deutschlands!"
 Erboste Zwischenrufe handelte sich Pletziger
für seine Bemerkung ein, zwar habe Karajan die
Akustik der Mercator-Halle gerühmt, andere
Dirigenten seien mit den Bedingungen der Halle
aber unzufrieden gewesen.
Rudolf Hermes